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Erfahrener Medienprofi ermutigt Schüler: „Guter Journalismus setzt sich immer durch“

Im Rahmen ihres Nachhaltigkeitsprojekts haben Schülerinnen und Schüler der Schülerzeitung ein
ausführliches Gespräch mit ihrem Mentor Ioan Butmaloiu geführt, der seit vielen Jahren als
Journalist, Autor und Medienmanager tätig ist. Im Interview berichtete er von seinem
ungewöhnlichen Werdegang zwischen Geschichte, Theologie und Journalismus und davon,
warum er bis heute davon überzeugt ist, dass Moral und Wahrheit die wichtigsten Leitplanken im
Mediengeschäft bleiben müssen.
Bereits als Jugendlicher sammelte Butmaloiu erste Erfahrungen bei einer Zeitung, wo er mit 14
oder 15 Jahren volontierte und während des Gymnasiums konsequent weiterarbeitete. Später
studierte er Journalistik und Geschichte, arbeitete für das öffentlich-rechtliche Fernsehen in
Rumänien in einer politisch bewegten Zeit und war viele Jahre in der Werbe- und Medienbranche
tätig, bevor er schließlich nach Deutschland wechselte. Eine zentrale Station seiner Laufbahn war
der Bildungs- und Fernsehsender Da Vinci Media, wo er als Country Manager unter anderem
Programmrechte einkaufte und kreative Aktionen organisierte, um den Sender international
bekannt zu machen.
Heute arbeitet Butmaloiu für das Teltower Stadtblatt und hat sich bewusst für ein ruhigeres,
familienfreundlicheres Leben mit weniger Reisetätigkeit entschieden. In der Lokalredaktion
schließt sich für ihn ein Kreis, weil er wieder hauptsächlich schreibt – so wie am Anfang seiner
Laufbahn und dabei Werte wie Bildungsauftrag, demokratische Haltung und moralische
Verantwortung im Blick behält. Er betont, dass er sich nie mit Medien identifizieren könnte, die
auf Sensationslust, Gewalt oder bloße Effekthascherei setzen.
Besonders für die Leserinnen und Leser der Schülerzeitung interessant waren seine Einblicke in
den Arbeitsalltag und den Umgang mit Zeitdruck. Zeitdruck gehöre in allen Medienformaten
dazu, erklärt Butmaloiu, aber gute Planung und Routine seien entscheidend, um Deadlines
einzuhalten. Ein prägender Rat aus seinem Studium lautete für ihn: einfach anfangen zu
schreiben, statt lange zu grübeln mit der Zeit entstehe so die Fähigkeit, schnell gute Texte zu
verfassen.
Mit Blick auf den Medienwandel sieht Butmaloiu Radio, Onlinejournalismus und gut geschriebene
Texte weiterhin im Aufwind, während das klassische lineare Fernsehen an Bedeutung verliert.
Neue Plattformen wie soziale Netzwerke oder Streaming-Dienste bewertet er als Chance, sofern
sie nicht zur Verbreitung von Falschinformationen missbraucht werden. Entscheidend sei, dass
Journalistinnen und Journalisten trotz technischer Veränderungen ihre Rolle als „Gatekeeper“
ernst nehmen und Fakten prüfen, bevor sie Inhalte veröffentlichen auch wenn das bedeutet,
einmal nicht der Erste zu sein.
Den Einsatz von KI-Tools wie ChatGPT sieht er zwar als nützlich zur Arbeitserleichterung, aber
nicht als Ersatz für sorgfältige menschliche Recherche. Algorithmen könnten nur mit bereits
vorhandenen Daten arbeiten, während Journalistinnen und Journalisten neue Informationen
zusammentragen, einordnen und prüfen müssten. Sein wichtigster Rat an die nächste Generation
lautet daher, sich selbst treu zu bleiben und die Wahrheit in den Mittelpunkt des eigenen
Arbeitens zu stellen unabhängig vom Medium.

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